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Bitcoin Core wallet.dat wiederherstellen: alte Wallet Datei wieder nutzbar machen
Kurzfassung
Bei einer Bitcoin Core wallet.dat sichern Sie zuerst das Original und klären, was den Zugriff verhindert. Legen Sie vor Tests unabhängige Kopien an. Der Dateiname oder ein sichtbares Guthaben beweist nicht, dass die Datei verwendbare private Schlüssel enthält.
- Prüfen Sie Format und Softwareversion. Descriptor-Wallets lassen sich wiederherstellen; Legacy-Wallets im Berkeley-DB-Format müssen in aktuellen Bitcoin Core Versionen migriert werden. Verwenden Sie dafür nicht 30.0 oder 30.1.
- Die Verschlüsselung schützt private Schlüssel, nicht die Adressdaten. Zum Ausgeben ist das Passwort nötig; ein vergessenes Passwort erfordert eine gesonderte Prüfung.
- Prüfen Sie bei fehlendem Guthaben die geladene Wallet, Synchronisierung und ältere Backups. Ein erneuter Scan erzeugt keine fehlenden Schlüssel.
- Bei gelöschten oder beschädigten Dateien vermeiden Sie weitere Schreibzugriffe auf das ursprüngliche Laufwerk. Die Prüfung erfolgt an einer Kopie oder einem Image; die erhaltenen Daten bestimmen die Möglichkeiten.

Sie haben eine wallet.dat-Datei gefunden. Vielleicht lag sie auf einer alten Festplatte, in einem vergessenen Backup-Ordner, auf einem USB-Stick mit kryptischer Beschriftung oder in einem jahrealten Cloud-Archiv. Möglicherweise enthält sie Bitcoin, aber Sie wissen nicht, wie Sie sie öffnen, ob sie verschlüsselt ist und wie viel darin steckt. Dieser Leitfaden führt Sie von der Datei zu einer Wallet, die Sie wieder nutzen können: wie Sie sie öffnen, auf Guthaben prüfen, mit der Verschlüsselung umgehen und wieder Zugriff erhalten, wenn die Datei gelöscht oder beschädigt wurde, und zwar in einer Reihenfolge, bei der die Datei in jedem Schritt geschützt bleibt.
Eine gefundene wallet.dat ist ein Ausgangspunkt, aber kein Beweis, dass Sie mit der Datei Bitcoin ausgeben können. Eine Wallet kann private Schlüssel, verschlüsselte Schlüssel oder nur öffentliche Daten zur Beobachtung von Adressen enthalten.
Was eine wallet.dat-Datei eigentlich ist
Bitcoin Core speichert jede Wallet in einer Datenbankdatei namens wallet.dat. Darin liegen die privaten Schlüssel, mit denen Sie über Ihre Adressen verfügen, außerdem die Adressen selbst, ihre Bezeichnungen und der Transaktionsverlauf (Dateidokumentation von Bitcoin Core). Die Datei ist die Wallet: Enthält sie die Schlüssel und können Sie sie entsperren, verfügen Sie über die Coins, die auf diesen Adressen noch liegen.
Es gibt zwei Formate, und am Dateinamen allein lassen sie sich nicht unterscheiden:
- Legacy-Wallets verwenden Berkeley DB. Jede Wallet, die vor Bitcoin Core 0.21 erstellt wurde, ist eine Legacy-Wallet, ebenso jede vor Version 23.0 erstellte Wallet, sofern dabei nicht die Descriptor-Option gewählt wurde.
- Descriptor-Wallets verwenden SQLite. Eingeführt wurden sie mit Bitcoin Core 0.21, und seit Version 23.0, erschienen im April 2022, sind sie der Standard für neue Wallets.
Unter macOS oder Linux unterscheidet der Befehl file, auf eine Kopie angewendet, die beiden: Er meldet eine Legacy-Wallet als Berkeley-DB-Datei (Btree) und eine Descriptor-Wallet als SQLite-3.x-Datenbank. Das Format ist wichtig, weil es bestimmt, welche Bitcoin Core Versionen die Datei noch öffnen können.
Wo Bitcoin Core die wallet.dat speichert
Sehen Sie zuerst im Standard-Datenverzeichnis nach:
- Linux:
~/.bitcoin/ - macOS:
~/Library/Application Support/Bitcoin/ - Windows:
%APPDATA%\Bitcoin\bei Installationen, die vor Bitcoin Core 28.0 eingerichtet wurden, und%LOCALAPPDATA%\Bitcoin\bei neueren. Version 28.0 hat den Standardort verlegt, verwendet aber weiterhin den alten Ordner, wenn es ihn gibt.
Neuere Installationen legen Wallets in einem Ordner wallets innerhalb des Datenverzeichnisses ab: die Standard-Wallet als wallets/wallet.dat und jede Wallet, der ein Name gegeben wurde, in einem eigenen Unterordner. Ältere Installationen speichern wallet.dat direkt im Datenverzeichnis. Ein benutzerdefiniertes Daten- oder Wallet-Verzeichnis kann überall liegen; durchsuchen Sie deshalb auch das gesamte Laufwerk nach Dateien namens wallet.dat.
Bitcoin Core erzeugt keine Wiederherstellungsphrase. Haben Sie 12 oder 24 Wörter, gehören diese zu einer anderen Wallet; unser Leitfaden zu Bitcoin Core und Wiederherstellungsphrasen erklärt, warum. Halten Sie die Wiederherstellung dieser Datei getrennt von Anleitungen für BIP-39-Wallets.
Schritt 1: Kopien anlegen, bevor Sie irgendetwas anderes tun
Bevor Sie etwas öffnen, verschieben oder testen, legen Sie mindestens zwei Kopien der Datei an und bewahren sie an getrennten Orten auf. Behandeln Sie das Original als Masterkopie: Lassen Sie keine Wiederherstellungswerkzeuge darauf laufen, öffnen Sie es nicht in einer Wallet Software und benennen Sie es nicht um. Originaldatei und vorhandene Backups bleiben unangetastet; arbeiten Sie ab jetzt nur noch mit Kopien und kopieren Sie die Datei nie über die wallet.dat einer anderen Wallet.
Manche Vorgänge schreiben in die Datei, die sie öffnen: Eine Migration wandelt eine Wallet in ein neues Format um, und unter seltenen Umständen konnte eine fehlgeschlagene Migration in Bitcoin Core 30.0 und 30.1 die Dateien im Wallet-Verzeichnis löschen. Schäden am einzigen Original lassen sich nicht rückgängig machen. Wer eine Kopie einer unverschlüsselten wallet.dat besitzt, kann alles ausgeben, worüber sie verfügt; bewahren Sie Kopien deshalb auf Offline-Datenträgern auf, die Sie selbst unter Kontrolle haben, nicht in E-Mails oder geteilten Cloud-Ordnern.
Kann Bitcoin Core die Wallet noch öffnen, nutzen Sie bevorzugt die Backup-Funktion (Datei > Wallet sichern…, in der englischen Oberfläche File > Backup Wallet…), statt eine Datenbank zu kopieren, während das Programm in sie schreibt. Notieren Sie, von welchem Gerät und aus welcher Version die Datei stammt.
Halten Sie außerdem fest, wann die einzelnen Kopien entstanden sind und wann Sie die Wallet zuletzt genutzt haben. Ein neueres Dateidatum beweist nicht, dass ein Backup vollständiger ist. Bewahren Sie ältere Kopien auf, bis geklärt ist, welche Adressen und Schlüssel jede davon enthält. Wurde die Datei gelöscht oder beginnt der Datenträger zu versagen, installieren Sie keine Wiederherstellungssoftware darauf: Weitere Schreibzugriffe können Daten überschreiben, die Sie noch brauchen. Unser Leitfaden zum sicheren Umgang mit alten Wallets und Festplatten behandelt das Hashen von Dateien und das Erstellen von Images ausführlicher.
Schritt 2: Wallet auf Adressen mit Guthaben prüfen
Bevor Sie Tage in Passwortwiederherstellung oder Dateireparatur investieren, klären Sie, ob es überhaupt Bitcoin zurückzuholen gibt. Das Passwort brauchen Sie dafür nicht: Bitcoin Core verschlüsselt nur die privaten Schlüssel; Adressen und Transaktionen bleiben lesbar. Das ist so vorgesehen, seit die Wallet-Verschlüsselung mit Bitcoin 0.4.0 im Jahr 2011 eingeführt wurde, und die aktuelle Wallet-Dokumentation bestätigt das.
- Lädt die Wallet (siehe Schritt 3), zeigt Fenster > Receiving addresses (englische Oberfläche: Window > Receiving addresses) ihre Empfangsadressen mit den zugehörigen Bezeichnungen, und das Guthaben stimmt, sobald der Node synchronisiert ist.
- Lädt die Wallet noch nicht, suchen Sie in einem Block Explorer wie mempool.space nach einer Adresse, von der Sie sicher wissen, dass Sie sie verwendet haben, etwa aus Ihren eigenen Unterlagen zu einer alten Zahlung. Haben Sie gar keine Adresse, lassen sich die Adressen auch direkt aus der Datei lesen, weil sie nicht verschlüsselt sind; das ist technische Arbeit, erledigen Sie sie also offline und an einer Kopie.
Zeigen die Adressen ein Guthaben, lohnt sich die Arbeit an der Datei. Steht jede Adresse auf null oder sehen Sie nur alte Transaktionen, deren Coins später ausgegeben wurden, ändert auch keine Passwortwiederherstellung etwas daran.
Zweierlei ist dabei zu beachten. Wechselgeld aus früheren Zahlungen geht an Adressen, die in der Liste der Empfangsadressen fehlen; ein paar leere Empfangsadressen beweisen also nicht, dass die Wallet leer ist. Verlässlich ist erst das Guthaben nach einer vollständigen Synchronisierung. Und ein Guthaben ist noch kein Zugriff. Eine Watch-only-Wallet zeigt Guthaben an, ohne private Schlüssel zu enthalten. In diesem Fall liefert das angezeigte Guthaben die fehlenden Schlüssel nicht: Suchen Sie die Wallet oder das Backup mit den Schlüsseln, denn eine Reparatur dieser Kopie mit öffentlichen Daten fügt sie nicht hinzu.
Schritt 3: Wallet in Bitcoin Core laden
Ältere Anleitungen empfehlen, die wallet.dat ins Datenverzeichnis zu legen und Bitcoin Core zu starten. Dabei kann eine andere Wallet überschrieben werden, und Bitcoin Core 30.0 hat das direkte Laden von Legacy-Wallets abgeschafft. Die neueste Version zu installieren und die Datei zu öffnen ist daher keine allgemeingültige Anleitung. Der richtige Weg hängt vom Format ab:
- Descriptor-Wallet: Rufen Sie in einer aktuellen Version Datei > Restore Wallet… (englische Oberfläche: File > Restore Wallet…) auf, wählen Sie Ihre Kopie aus und geben Sie der Wallet einen Namen. Bitcoin Core kopiert die Datei in seinen wallets-Ordner und lädt sie.
- Legacy-Wallet: Eine aktuelle Version lädt sie nicht, sondern fordert Sie auf, sie zu migrieren. Gehen Sie ab Version 31.0 zu Datei > Wallet migrieren > Wallet-Datei wiederherstellen und migrieren... (englische Oberfläche: File > Migrate Wallet > Restore and Migrate Wallet File…), wählen Sie Ihre Kopie aus und benennen Sie die Wallet. Bitcoin Core kopiert die Datei in seinen wallets-Ordner, ohne das Original zu verändern, wandelt sie in eine Descriptor-Wallet um und behält ein Backup, dessen Name auf
.legacy.bakendet. Watch-only-Skripte und andere Skripte ohne Schlüssel können in zusätzliche Wallets mit den Endungen_watchonlyoder_solvablesverschoben werden. Der Konsolenbefehl migratewallet übernimmt nur die Migration: Er erwartet den Namen einer Wallet, keine Backup-Datei, die erst wiederhergestellt werden muss.
Bei der Migration sind drei Punkte wichtig:
- Verwenden Sie Version 30.2 oder neuer. Migrieren Sie nicht mit Version 30.0 oder 30.1: Bitcoin Core warnte vor einem Fehler, der Wallet Dateien löschen konnte, und Version 30.2 hat ihn im Januar 2026 behoben.
- Eine verschlüsselte Legacy-Wallet lässt sich nur mit ihrem Passwort migrieren, das Bitcoin Core vor der Umwandlung abfragt. Ohne das Passwort kann eine aktuelle Version die Wallet überhaupt nicht öffnen. Versionen vor 30.0 laden Legacy-Wallets noch direkt; verwenden Sie eine solche Version nur mit einer Kopie, etwa um Adressen und Guthaben einzusehen, solange das Passwort noch fehlt.
- Erstellen Sie nach der Migration ein neues Backup, wie es die Dokumentation von Bitcoin Core empfiehlt. Bewahren Sie vor jeder Migration oder Reparatur unabhängige Backups auf.
Sobald die Wallet geladen ist, durchsucht Bitcoin Core die Blockchain nach ihren Transaktionen. Ein neuer Node muss dafür zuerst die gesamte Blockchain herunterladen und verifizieren, die Bitcoin Core inzwischen auf mehr als 850 GB beziffert. Pruning senkt den Speicherbedarf auf nur noch etwa 10 GB, doch ein Node mit Pruning kann bereits gelöschte Blöcke nicht erneut scannen; eine Wallet, die erst danach geladen wird, kann deshalb einen erneuten vollständigen Download erzwingen. Wenn Sie nur das Guthaben prüfen und die Coins bewegen möchten, brauchen Sie keinen Full Node; mehr dazu im Abschnitt zum Extrahieren privater Schlüssel weiter unten.
Schritt 4: Umgang mit der Verschlüsselung
Fragt Bitcoin Core nach einem Passwort, wenn Sie Coins senden oder Schlüssel exportieren möchten, ist die Wallet verschlüsselt. Die Dialoge von Bitcoin Core nennen dieses Passwort Passphrase (englisch: wallet passphrase); es schützt die Datei und ist keine BIP-39-Passphrase. Bei einer alten Wallet wurde es womöglich vor Jahren festgelegt und ist inzwischen vergessen.
Ist die Wallet geladen, sehen Sie Adressen und Guthaben auch ohne Passwort, weil nur die privaten Schlüssel verschlüsselt sind. Zum Ausgeben von Coins und zum Exportieren von Schlüsseln brauchen Sie das Passwort, und ein Zurücksetzen gibt es nicht. Lässt sich die Wallet öffnen, verlangt aber beim Signieren einer Transaktion ein Passwort, ist das eine Passwortfrage und kein Hinweis auf eine beschädigte Datei.
Den vollständigen Ablauf beschreibt unser Leitfaden zur Passwortwiederherstellung bei Bitcoin Core. Der Leitfaden zum wallet.dat-Passwort behandelt die technische Seite einer Brute-Force-Suche: welche Informationen nötig sind, damit sich eine Passwortsuche einschätzen lässt, und warum sie an einer Kopie läuft. Schildern Sie das Problem, ohne die Datei oder das Passwort über ein Anfrageformular zu senden.
Die Datei lässt sich öffnen, aber das erwartete Guthaben fehlt
Prüfen Sie zuerst den Namen der geladenen Wallet und das Verzeichnis, aus dem sie geladen wurde. Bitcoin Core kann mehrere Wallets verwalten; wer eine andere oder eine neu angelegte, leere Wallet öffnet, stellt damit die gefundene Datei nicht wieder her.
Nehmen Sie eine Empfangsadresse, von der Sie wissen, dass Sie sie verwendet haben, und vergleichen Sie sie mit der geladenen Wallet. Prüfen Sie dann, ob Bitcoin Core synchronisiert ist und den betreffenden Transaktionsverlauf gescannt hat. Ein erneuter Scan kann Transaktionen zu bereits vorhandenen Schlüsseln finden, aber keine fehlenden privaten Schlüssel neu erzeugen.
Bei alten Wallets ohne HD-Funktion können in einem Backup Schlüssel fehlen, die erst nach seiner Erstellung erzeugt wurden. Auch deshalb lohnt es sich, die erhaltenen Kopien miteinander zu vergleichen, statt die übrigen zu verwerfen, sobald sich eine öffnen lässt.
Eine gelöschte wallet.dat wiederherstellen
Prüfen Sie vorhandene Backups und das konfigurierte Wallet-Verzeichnis, bevor Sie von einer Löschung ausgehen. Unter Windows sehen Sie in beiden oben genannten Datenverzeichnissen nach, dem alten und dem neuen.
Wurde die Datei tatsächlich gelöscht, ist nicht zwangsläufig alles verloren. Beim Löschen entfernt das Dateisystem nur seinen Eintrag zu der Datei, nicht die Daten selbst. Der Inhalt bleibt auf dem Laufwerk, bis der belegte Platz für neue Dateien wiederverwendet wird.
Auf einer klassischen Festplatte (HDD) kann eine gelöschte wallet.dat erhalten bleiben, solange nichts sie überschreibt; ein Laufwerk, das seitdem kaum benutzt wurde, bietet daher die besten Chancen. Bei Solid-State-Drives (SSDs) ist das anders. Wird eine Datei gelöscht, teilt das Betriebssystem dem Laufwerk mit, welche Blöcke nun frei sind – diese Mitteilung heißt TRIM –, und das Laufwerk kann diese Blöcke im Hintergrund löschen. Windows aktiviert TRIM auf NTFS-Volumes standardmäßig (Microsoft-Dokumentation); auf einer SSD ist das Zeitfenster für eine Wiederherstellung daher deutlich kürzer.
Wenn Sie vermuten, dass eine wallet.dat gelöscht wurde, gehen Sie so vor:
- Benutzen Sie das Laufwerk ab sofort nicht mehr. Installieren Sie keine Software darauf, speichern Sie keine Dateien darauf und starten Sie den Rechner nach Möglichkeit auch nicht davon.
- Erstellen Sie vor allem anderen ein Image des Laufwerks, damit alle weiteren Arbeiten am Image stattfinden und das Original nie beschrieben wird.
- Werkzeuge für File Carving durchsuchen dann das Image nach der Struktur einer Wallet Datei und versuchen, die Datei aus Fragmenten wieder zusammenzusetzen.
- Speichern Sie alles, was wiederhergestellt wird, auf einem anderen Laufwerk.
Das ist Arbeit für Fachleute, und die Chancen hängen stark davon ab, wie viel das Laufwerk nach dem Löschen genutzt wurde. Unsere Fallstudie zu einer gelöschten wallet.dat aus Bitcoin Core zeigt den Ablauf an einem Laufwerk, das weitgehend unberührt geblieben war.
Umgang mit einer beschädigten wallet.dat
Eine Wallet Datei kann durch einen versagenden Datenträger beschädigt werden, etwa eine Festplatte mit defekten Sektoren oder einen USB-Stick, der Schreibvorgänge nicht abschließt, oder durch einen unterbrochenen Schreibvorgang. Bitcoin Core verweigert dann das Laden mit der Fehlermeldung „Das Wallet ist beschädigt“ (englisch: „Wallet corrupted“) oder lädt die Datei mit der Warnung, dass Transaktionsdaten oder Adressmetadaten fehlen oder falsch sein können.
Bevor Sie die Datei als beschädigt behandeln, notieren Sie die genaue Fehlermeldung und die Bitcoin Core Version und prüfen Sie zuerst die Kompatibilität. Eine aktuelle Version lehnt jede Legacy-Wallet mit der Meldung ab, es handle sich um eine Legacy-Wallet, die migriert werden müsse, und eine ältere Version meldet unter Umständen, dass die Wallet eine neuere Version von Bitcoin Core benötigt. Keine der beiden Meldungen bedeutet, dass die Datei beschädigt ist.
Besteht danach weiterhin Verdacht auf beschädigte Daten, kommt eine Reparatur an einer separaten Kopie infrage. Die alte Startoption -salvagewallet von Bitcoin Core wurde in Version 0.21 entfernt und durch den Befehl salvage des Werkzeugs bitcoin-wallet ersetzt, der private Schlüssel aus einer beschädigten Wallet zu retten versucht und als experimentell gekennzeichnet ist. Diesen Befehl gibt es nur in Versionen vor 30.0. Er benennt die beschädigte Datei in eine .bak-Kopie um und schreibt die Datensätze mit privaten Schlüsseln, die er noch lesen kann, in eine neue Wallet Datei; führen Sie ihn deshalb nur an einer Kopie aus.
Scheitert salvage, können die Schlüsseldatensätze trotzdem intakt sein, auch wenn die Datenbankstruktur beschädigt ist. Private Schlüssel direkt aus den Rohdaten zu extrahieren, an der Datenbankschicht vorbei, erfordert spezielle Werkzeuge und Erfahrung mit dem Dateiformat. Wechseln Sie nicht wiederholt die Softwareversion und bearbeiten Sie nicht das einzige Original. Unsere Seite zu beschädigten Wallet Dateien erklärt, wie Sie einen Schaden an der Datei von einem ausfallenden Laufwerk unterscheiden.
Private Schlüssel ohne Full Node extrahieren
Wenn Sie nicht die gesamte Blockchain herunterladen möchten, können Sie die privaten Schlüssel exportieren und die Coins mit einer leichteren Wallet bewegen, die Guthaben über eigene Server abfragt.
- Legacy-Wallet in einer Version vor 30.0: Der Konsolenbefehl
dumpwalletschreibt alle Schlüssel der Wallet in lesbarer Form in eine Textdatei. Bitcoin Core 30.0 hat ihn entfernt, ebensodumpprivkey. - Descriptor-Wallet oder migrierte Wallet:
listdescriptors truezeigt statt einer einfachen Schlüsselliste die privaten Descriptors der Wallet; verwenden kann sie daher nur Wallet Software, die Descriptors importiert.
Electrum kann auf zwei Wegen mit exportierten privaten Schlüsseln arbeiten. Es kann sie sweepen (Geldbörse > Private Schlüssel > Entleeren, in der englischen Oberfläche Wallet > Private keys > Sweep); dabei gehen die Coins an eine Adresse in einer Electrum Wallet, die Sie selbst angelegt haben. Oder es importiert sie in eine neue Wallet ohne Wiederherstellungsphrase, die Sie separat sichern müssen, weil sie sich nicht über eine Wiederherstellungsphrase zurückholen lässt. Ein Sweep in eine frische eigene Wallet ist der einfachere Weg.
Eine Exportdatei enthält jeden Schlüssel im Klartext, und wer sie liest, kann die Coins an sich nehmen. Halten Sie sie aus E-Mails und Cloud-Speichern heraus und löschen Sie sie, sobald die Coins bewegt wurden.
Ist die Wallet verschlüsselt, brauchen Sie das Passwort, bevor Sie irgendetwas exportieren können. Daran führt kein Weg vorbei: Die Verschlüsselung deckt genau die privaten Schlüssel ab, und kein Exportbefehl funktioniert, solange sie nicht entschlüsselt sind.
Hilfe bei einer wallet.dat, die sich nicht öffnen lässt
Ist die Datei mit einem vergessenen Passwort verschlüsselt, gelöscht, beschädigt oder lässt sie sich einfach nicht öffnen, kann Crypto Recovers den Fall einschätzen. Seit 2019 haben wir über 200 Wiederherstellungen durchgeführt, die erste Einschätzung ist kostenlos, und es gilt: keine Wiederherstellung, keine Gebühr. Lesen Sie mehr über unseren Wiederherstellungsdienst für Bitcoin Core.
Wenn Sie Crypto Recovers mit der Prüfung der Datei beauftragen, verwahren wir Ihre Bitcoin nie und ziehen unser Honorar nie davon ab. Ist der Zugang wiederhergestellt, öffnen Sie die Wallet selbst, übertragen die Coins in eine neue Wallet, die Sie angelegt haben, und zahlen das vereinbarte Honorar separat, gemäß Vertrag.
Offizielle Dokumentation
- Bitcoin Core: Wallets verwalten (Backup, Wiederherstellung, Migration)
- Bitcoin Core 30.0: Wallet-Kompatibilität
- Bitcoin Core: Warnung zur Wallet-Migration
- Bitcoin Core: backupwallet
- Bitcoin Core: rescanblockchain
- Bitcoin Core: newkeypool
- Bitcoin Core: geladene Wallet mit getwalletinfo prüfen
- Bitcoin Core: Wallet-Verzeichnisse und loadwallet
Häufig gestellte Fragen zur Wiederherstellung einer wallet.dat von Bitcoin Core
Kann ich eine wallet.dat-Datei ohne Bitcoin Core öffnen?
Teilweise. Das eigene Hilfsprogramm bitcoin-wallet von Bitcoin Core ist ein Offline-Werkzeug: Es liest Wallet Dateien, ohne dass der Node läuft oder die Blockchain heruntergeladen wird. Ältere Open-Source-Werkzeuge wie pywallet können Legacy-Dateien im Berkeley-DB-Format lesen und ihre Schlüssel exportieren, doch pywallet nennt weiterhin Python 2 als Voraussetzung; Sie brauchen also Erfahrung mit der Kommandozeile und eine alte Offline-Umgebung. Bei einer verschlüsselten Wallet benötigen Sie das Passwort in jedem Fall, ganz gleich, welches Werkzeug Sie verwenden. Laden Sie die Datei nie auf eine Website hoch, die anbietet, sie zu öffnen.
Ich habe eine wallet.dat aus dem Jahr 2010. Funktioniert sie mit der neuesten Version von Bitcoin Core?
Nicht direkt. Eine Wallet aus dem Jahr 2010 ist eine Legacy-Wallet im Berkeley-DB-Format, und Bitcoin Core 30.0 und neuer laden solche Wallets nicht mehr. Eine aktuelle Version kann sie aber migrieren: Verwenden Sie an einer Kopie Datei > Wallet migrieren > Wallet-Datei wiederherstellen und migrieren... (englische Oberfläche: File > Migrate Wallet > Restore and Migrate Wallet File…) in Version 31.0 oder neuer. Die Wallet-Verschlüsselung kam erst mit Version 0.4.0 im September 2011; eine Wallet von 2010 ist also nur verschlüsselt, wenn später in einer neueren Version ein Passwort gesetzt wurde. Ist das der Fall, fragt die Migration nach diesem Passwort. Versionen vor 30.0 können die Datei weiterhin ohne Migration laden.
Woran erkenne ich, ob meine wallet.dat verschlüsselt ist?
Laden Sie die Datei in Bitcoin Core und versuchen Sie, einen kleinen Betrag zu senden oder einen privaten Schlüssel zu exportieren: Fragt Bitcoin Core nach der Passphrase, ist die Wallet verschlüsselt. Sie können es auch prüfen, ohne etwas auszuprobieren. Bei einer verschlüsselten Wallet zeigt das Menü Einstellungen (Settings) den Eintrag Wallet verschlüsseln… (Encrypt Wallet…) angehakt und ausgegraut, während Passphrase ändern… (Change Passphrase…) verfügbar ist, und in der Statusleiste erscheint ein Schloss-Symbol. In der Konsole enthält getwalletinfo nur bei verschlüsselten Wallets das Feld unlocked_until. Bei einer Legacy-Datei in einer aktuellen Version fragt die Migration nach dem Passwort, bevor sie eine verschlüsselte Wallet umwandelt.
Jemand verkauft eine wallet.dat mit Bitcoin darin. Soll ich sie kaufen?
Nein. Das ist ein bekannter Betrug. Entweder wurde eine Kopie der Schlüssel zurückbehalten, mit der die Wallet nach Ihrer Zahlung leergeräumt wird, oder das beworbene Guthaben wurde nie von dieser Datei kontrolliert. Ein Guthaben in einem Block Explorer beweist nur, dass auf einer Adresse Coins liegen, nicht, dass die angebotene Datei deren Schlüssel enthält. Echte Wallets mit Guthaben werden nicht verkauft, weil alle, die eine Kopie der Schlüssel behalten haben, die Coins ausgeben können, bevor die Käuferseite dazu kommt. Crypto Recovers bearbeitet keine gekauften Wallet Dateien; unser Artikel über Betrug mit Wallets zum Verkauf erklärt das Muster.
Ich habe eine alte wallet.dat und kein Passwort. Was soll ich tun?
Raten Sie nicht am Original herum. Legen Sie zwei Kopien an, prüfen Sie, ob auf den Adressen der Wallet Guthaben liegt, und schreiben Sie alles auf, woran Sie sich beim Passwort erinnern: Wörter, Datumsangaben, Muster und die Tastatur, die Sie damals benutzt haben. Liegt Guthaben auf der Wallet, erklären die Passwort-Leitfäden oben, wie eine Suche funktioniert, und eine kostenlose Einschätzung zeigt Ihnen, ob eine Suche realistisch ist, bevor Sie sich zu irgendetwas verpflichten.
